Einzeln sind wir Worte,
zusammen ein Gedicht
Georg Bydlinski

 

Ersthelfer

Veröffentlicht am 1.8.2016 von Renate
 

Über den Erfolg der Vernissage unserer Ausstellung, die wir gemeinsam mit der Fotogruppe Wegberg auf die Beine gestellt haben, hat Günter ja schon berichtet. Inzwischen finden Sie auch Eindrücke davon auf unserer Rückblick-Seite. Das besondere Highlight aber ist das Fotobuch, in dem alle Fotos und Texte der Ausstellung präsentiert werden. Wir freuen uns sehr über die so schön gelungene Gestaltung des Buches.

Erinnern Sie sich noch an Ihren Erste-Hilfe-Kurs, den Sie für den Führerschein brauchten? Oder sind Sie vielleicht sogar ausgebildeter Ersthelfer? Dann kennen Sie auf jeden Fall die 5 W-Fragen:

  • Wo ist der Unfall passiert?
  • Was ist geschehen?
  • Wie viele Verletzte gibt es?
  • Welche Verletzungen liegen vor?
  • Warten auf Rückfragen

Diese Art von W-Fragen könnte man nun übertragen auf unsere Lieblingsbeschäftigung, das Schreiben und bekäme so einen möglichen Einstieg in eine neue Geschichte, ein neues Buch. Ich stelle mir es so vor:

  • Wer kommt in der Geschichte vor?
  • Was passiert in der Geschichte?
  • Wann spielt die Geschichte?
  • Wo spielt die Geschichte?
  • Wie und für wen ist sie geschrieben?

Mit diesen simplen Fragen beziehungsweise den Antworten darauf habe ich das Grundgerüst meiner Geschichte zusammen:
Frage 1: Wer ist Protagonist, wer Antagonist in meiner Geschichte, welche Personen kommen vor, was für Typen sind das? Ich muss mir also Gedanken machen über die Hintergründe des auftretenden "Personals".
Frage 2: Welches Thema stelle ich mir, was ist der Konflikt, was das Ziel meines Protagonisten? Warum will er/sie dieses Ziel erreichen? Was hilft ihm/ihr dabei, welche Hürden stehen im Weg? Hier ist ja oft der eigentliche Ausgangspunkt, also hätte man das auch als erste Frage formulieren können. Denn zuerst ist da ja mal die Idee.
Frage 3: Das ist erstmal natürlich die Zeit, zu der sich die Handlung zuträgt, also beispielsweise die Gegenwart oder vielleicht schreibe ich auch eine Geschichte, die in der Steinzeit spielt. Zum zweiten ist es aber auch der Zeitlauf der Geschichte, dauert sie einen Tag, ein ganzes Leben oder spielt sie sich innerhalb von wenigen Minuten ab.
Frage 4: Ist eigentlich selbsterklärend. Ich muss natürlich, bevor ich mit dem Schreiben beginne, wissen, wo die Handlung stattfindet. Schließlich kann der Ort unter Umständen großen Einfluss auf die Handlung haben. Und der Leser möchte auf jeden Fall wissen, wo er sich befindet.
Frage 5: Für mich ist das vielleicht die am schwersten zu beantwortende der fünf Fragen. Wie bedeutet welches Genre will ich schreiben, mit welcher Stimme will ich erzählen, soll es lustig sein, dramatisch, spannend, erotisch und so weiter. Und schließlich für wen. Wie stelle ich mir meinen Leser, meine Leserin vor? Das ist eine ganz wichtige Frage, immerhin kann ich für Kinder nicht genauso schreiben wie für Erwachsene – und das sind nur zwei sehr offensichtliche Lesertypen, es gibt wirklich noch unendlich viele mehr.

Das sind meine fünf "Ersthelfer". Ich bin davon überzeugt, dass diese Fragen sehr hilfreich sind bei der Entwicklung einer Geschichte oder auch eines Romans. Wer nicht gerade völlig ungeplant drauf los schreibt, der kann sich an diesen Fragen entlanghangeln und hat damit ein gutes Konzept, um nicht zu sagen die Grundzüge des Plots. Wer jetzt allerdings behauptet, danach gehe das Schreiben dann ganz von allein, den bitte ich, mir zu zeigen, wie das funktioniert.
Übrigens, da man ja immer nur besser werden kann, laden wir alle anderen der schreibenden Zunft ein, uns ihre Tipps zu schicken. Wir werden Ihre Anregungen gerne ausprobieren.
Bis zum nächsten Mal

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Neue Erfahrung

Veröffentlicht am 19.7.2016 von Inga
 

Neuer Wind mit einem neuen Projekt: eine wunderschöne Erfahrung. Nachdem wir im vergangenen Jahr bei ViaNobis im Hückelhovener Cafe Lebensart eine Lesung veranstaltet hatten, kamen eine Mitarbeiterin und ein Mitarbeiter von ViaNobis auf eine tolle Idee: Warum nicht gemeinsam einmal etwas unternehmen? Die SiebenSchreiber haben das (Werk)zeug zum Schreiben und die Menschen, die von ViaNobis betreut werden, haben viel erlebt und viel zu erzählen. So übernahmen drei der SiebenSchreiber sozusagen Schreib-Patenschaften für jeweils zwei Menschen aus dem Betreuten Wohnen. Was dann in diesen sechs Partnerschaften entstand, war eine wunderschöne Erfahrung für alle Beteiligten. Im Interview erzählten die "Patenkinder", was für sie Heimat bedeutet und welche Erfahrungen, Wünsche und Sehnsüchte sie damit verbinden. Schnell entstand eine Atmosphäre erstaunlicher Offenheit und Dichtheit. Mit dem Erzählten gingen dann die SiebenSchreiber nach Hause und brüteten: wie kann das Gehörte in eine schriftliche Form gebracht werden, so, dass die Patenkinder sich darin wiederfinden und doch die Intimität der Interviewatmosphäre gewahrt bleibt. Beim nächsten Treffen wurden bei Kaffee und Kuchen die Ergebnisse ausgetauscht und alle Patenkinder waren sehr zufrieden, fanden sich in den Texten wieder und fühlten sich verstanden. Ein Stein fiel uns Paten vom Herzen, dass dieser sensible Prozess so gut gelungen war. Wie es typisch für uns SiebenSchreiber ist, gingen die Ergebnisse mal wieder durch alle Genres: Kurzgeschichte, Gedicht, Brief, Dialog, Märchen und ein fiktives Selbstgespräch. Wir alle wissen noch nicht, wie es weitergeht, doch haben wir die Ahnung, dass dieses erst der Auftakt zu einer fruchtbaren Zusammenarbeit ist. Ein ganz herzliches Dankeschön an unsere "Patenkinder" für Ihre Bereitschaft und Offenheit und ein ganz besonderer Dank an die Initiatoren für die Idee, die Organisation und die einfühlende und inspirierende Begleitung des Projektes!

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Schreiben verbindet!

Veröffentlicht am 12.6.2016 von Günter
 

Die Vernissage zur Eröffnung der Ausstellung "Zeit in Wort und Bild" am 7. Juni ist gut gelaufen. Trotz des schlechten Wetters hatten überraschend viele Zuhörer/Zuschauer den Weg in die Wegberger Mühle gefunden. Interessant waren auch wieder die Gespräche vorher, mittendrin und nachher mit unseren Gästen. Das besondere Highlight war dabei für mich zweifelsohne der Besuch von zwei Damen, Mitgliedern bei den "Textwebern" aus Krefeld. Also einer Autorengruppe wie wir - auch noch ziemlich gleich lang bei der Arbeit wie wir. Der Erfahrungsaustausch war so intensiv, dass er nach Ende der Vernissage noch in Japi's Bistro fortgesetzt wurde. Ich glaube, wir hatten viel Spaß!!! Das nächste gemeinsame Treffen wurde bereits terminiert auf den 5. Juli in Krefeld bei der nächsten Veranstaltung der Textweber.

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Ein Zeichen setzen

Veröffentlicht am 26.5.2016 von Renate
 

Ich gestehe, dass mir das Überarbeiten meiner Geschichten mindestens so viel Freude macht wie das Schreiben an sich. Das Feilen, Ausbessern, Justieren, das Nachhören und –spüren: Wie fühlt sich das an, was da steht? Passt dieses Wort? Fehlt jenes? Sollte ich das lieber streichen? Darüber kann ich stundenlang brüten.
Eines dabei allerdings hasse ich ausgiebig: zu überprüfen, ob alle Kommata richtig gesetzt sind. Wenn es das Gegenteil eines Friedensnobelpreises gäbe – der Erfinder der Kommaregeln hätte ihn verdient.
Mal abgesehen davon, dass ein gesetztes oder fehlendes Komma den kompletten Sinn eines Satzes verändert – Sie kennen die berühmten Beispiele – kann man über die Frage: Komma ja oder nein Stunden diskutieren. Und meines Wissens verweigert sogar die Autokorrektur von word die Auseinandersetzung mit den deutschen Kommaregeln.
Da lobe ich mir doch die Mathematik. Dort hat ein Komma eine eindeutige Funktion. Ob ich 1,33 € oder 133 € habe, macht einen durchaus fühlbaren Unterschied. Aber in der deutschen Zeichensetzung sind für mich die Regeln nie so eindeutig. Außer natürlich diejenige, dass am Ende eines Satzes ein Punkt steht. Hätte man es nicht bei dieser einzigen belassen können?
Beneidenswerte Berufsautoren können die Schuld an falsch gesetzter Interpunktion jederzeit auf ihre Lektoren abwälzen. Wir anderen werden jedoch allein dafür haftbar gemacht.
Falls Sie sich, im Gegensatz zu mir, für diese Materie erwärmen können und darüber hinaus ein gefühlsbetonter Mensch sind, schauen Sie mal bei Bastian Sick vorbei: Das gefühlte Komma.
Ein ganz anderes Kapitel im großen dunklen Buch der Zeichensetzung ist das Apostroph. Über das hartnäckig falsch verwendete Genitiv-Apostroph könnte ich noch seitenlang lamentieren und philosophieren. Aber lassen wir's dabei...
Damit soll es aber auch genug sein von diesem unerquicklichen Thema. Jetzt hätte ich nämlich fast vergessen, noch einmal auf die Eröffnung unserer Ausstellung hinzuweisen: am 7. Juni um 19 Uhr in der Wegberger Mühle Info . Ich hoffe, wir sehen uns.
Bis dahin ...

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Kommentar von: Inga Lücke

Datum: 16.7.2016 um 7:01
Hallo Renate, es ist schön Komma dass Du dieses leidige Thema einmal angesprochen hast Punkt Noch eine kleine Ergänzung dazu Doppelpunkt ich danke der neuen Rechtschreibregel Komma jedoch nur in diesem Punkt Komma die uns doch gewisse Freiheiten beschert hat Punkt

Frischer Wind

Veröffentlicht am 24.4.2016 von Renate
 

Miniaturen, das ist das Wort, das ich das letzte Mal gesucht hatte. Miniaturen, das passt perfekt auf die kleinen feinen Texte, die wir verfassen zu Fotos der Fotogruppe Wegberg.
Wie schon in 2011 steht über der Ausstellung der Fotos und Texte ein Thema. Diesmal heißt es Zeit. Dass es dazu viele Aspekte und Blickwinkel gibt, ist offensichtlich. Aber diese Gedanken in Worte zu fassen und diese wiederum präsentabel auf Papier zu bringen - das ist ein schweres Unterfangen.
Am 7. Juni ist Vernissage - wenn Sie das Ergebnis sehen möchten, wir freuen uns jedenfalls drauf.
All dieses Schreiben funktioniert ohne Austausch und Inspiration nicht. Und nicht ohne Motivation. Ich habe mir eine große Portion Motivation geholt - bei einem Schreibseminar an einem Wochenende in Ahrweiler. Es war perfekt - Hotel, Wetter, Mit"Schüler", Seminarleitung - ein wunderbares Erlebnis. Ich wünsche mir natürlich, dass die Wirkung noch lange anhält. Erstaunlich, welch Input, wie viele neue Ideen kommen, sobald man mit anderen über die eigenen Texte spricht. So wie wir das in unserer Gruppe nun schon seit 6 Jahren tun. Dies war aber jetzt frischer Wind, der durch mein Schreib-Hirn wehte. Neue Menschen kennenzulernen bedeutet auch neue Ideen zu bekommen, neuen Austausch, neue Gedanken. Das war sicher nicht das letzte Schreibseminar, an dem ich teilgenommen habe.
Wenn Sie ähnliche Erfahrungen haben, teilen Sie sie mit uns, empfehlen Sie uns das Seminar, an dem Sie teilgenommen haben und das für Sie eine nachhaltige Wirkung hatte. Oder warnen Sie uns auch, wo wir auf keinen Fall hingehen sollen. Wir freuen uns, von Ihren Erlebnissen beim Schreiben unter Gleichgesinnten zu lesen.
Möchten Sie gerne an Schreibwettbewerben teilnehmen? Wir auch. Deswegen von jetzt an hier auch immer mal wieder Hinweise auf Wettbewerbe, die kurz vor der Deadline sind. Über die jeweiligen Teilnahmebedingungen müssen Sie sich allerdings selbst kundig machen. Thema des Wettbewerbs, auf den ich Sie heute hinweisen möchte, ist "Die Farbe Rot". Näheres hier: www.literaturpodium.de
Soviel für heute, bis bald

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Kommentar von: Günter Arnolds

Datum: 25.4.2016 um 20:21
Miniaturen ist wirklich das richtige Wort für diese Texte zu den Bildern der Fotogruppe. Für mich liegt der Reiz darin, eine Verbindung zu schaffen zwischen diesen beiden Medien Foto und Wort.
Dabei stelle ich gar nicht den Anspruch, die Idee des Fotografen zu erraten oder zu kopieren. Auch will ich keinen Betrachter bevormunden oder meinen Text als einzig mögliche Erklärung des Fotos verstanden wissen. Vielmehr soll der Text nur ein Anreiz für jeden Betrachter sein, seine eigene Phantasie spielen zu lassen... Wenn dies funktioniert, wäre ich schon sehr zufrieden.

Schreibhilfe bekommen

Veröffentlicht am 26.3.2016 von Renate
 

So langsam werden die Füße wieder warm und der Schweiß auf der Stirn trocknet. Wie aufgeregt wir waren, bei unserer Lesung auf dem Benefizkonzert in Wegberg-Beeck vor zwei Wochen. Etwa 250 Menschen waren in die St Vincentius Kirche gekommen, um den WestVocals, der Formation DRY und uns zu lauschen. Wir hatten verdammt (sorry) kalte Füße und strohtrockene Kehlen, aber es hat sich gelohnt. Auf unserer Rückblick-Seite gibt's Bilder und einen Bericht.
Für alle Literaturgenres, für Romane, für Kurzgeschichten und Drehbücher gibt es Tipps, Anleitungen und Lehrbücher. Aber für solche Texte, wie wir sie für die Lesung zum Thema Flüchtlinge geschrieben haben, habe ich noch nichts gesehen, nicht im Regal beim Buchhändler und nicht im Internet. Dabei könnten wir das gut gebrauchen: auch unser nächstes Projekt verlangt uns einiges ab.
Ich will noch nichts verraten – schließlich wäre es ja schön, wenn Sie wieder mal vorbeischauen – aber ich hoffe, dass vielleicht jemand da draußen in der Welt der Schreibwütigen und Schreibkundigen, der uns auf unsrem Blog besucht, doch schon einmal eine Hilfe gesehen oder gelesen hat, die sich mit, ja mit was eigentlich, beschäftigt.
Es ist schwer zu benennen, weil mir dafür keine Gattungsbezeichnung einfallen will: es geht um kurze, prägnante Texte zu einem vorgegebenen Thema, vielleicht könnte man es Aphorismen nennen, es könnten auch Gedichte daraus werden, Gedankensplitter, etwas in der Art.
Wir haben so etwas schon gemacht, vor ein paar Jahren haben wir Texte verfasst zu Fotos der Fotogruppe Wegberg und etwas später zu Gemälden einer hiesigen Malerin. Wir hatten damit großen Erfolg, aber es ist nicht leicht. Wenn also jemand hierzu Tipps hat, wir sind für alle Infos dazu mehr als dankbar.
Dabei fällt mir etwas anderes ein: Schreibanleitungen und –anregungen gibt es zuhauf im Internet, manche sind wirklich hilfreich und ich kann es immer kaum erwarten, bis der nächste Blogartikel erscheint. Dies gilt insbesondere für diese beiden hier: Richard Norden und Marcus Johanus . Beider Blogs sind ein unerschöpflicher Quell an Tipps, Tricks und Ratschlägen – ich kann sie jedem, der schreiben und dabei immer besser werden möchte, nur wärmstens empfehlen.
Genug der Worte – erinnern Sie sich an meinen ersten Blogbeitrag? Die Häufigkeit bzw. die Länge meiner Blogtexte sagt etwas darüber aus, wie ich mit meinen Geschichten weiterkomme, wissen Sie noch? Also deswegen Schluss für heute, ich vertiefe mich in meinen Plot. Vielleicht verrate ich beim nächsten Mal mehr darüber.
Bis dahin

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Schweres Thema für eine Lesung

Veröffentlicht am 20.2.2016 von Renate
 

Tja, unsere "haarige" Lesung wurde leider abgesagt (nicht von uns). Sowas kommt vor, verdrießt uns auch gar nicht. Meine (immer noch erst halbfertige) Geschichte oder zumindest die Idee kann ich sicher irgendwann mal doch noch verwenden. Und außerdem: "Nach der Lesung ist vor der Lesung!"
Also haben wir uns mit Verve in die Vorbereitungen unserer Lesung auf dem Benefizkonzert in Wegberg-Beeck gestürzt. Gar nicht so leicht, denn das Thema ist "Flüchtlinge", das Konzert ist zu Gunsten der verschiedenen Wegberger Flüchtlingshilfen.
Es ist definitiv kein Thema, welches man mal eben so nebenbei in einer Geschichte oder einem Gedicht verarbeitet. Ähnlich wie bei der Themenstellung "Hundert Jahre Erster Weltkrieg" in 2014 ist auch das eine emotional sehr belastende Aufgabe. Wie sollen wir das angehen, von welcher Seite aus das Thema beleuchten? Wie nahe sind wir dem Thema überhaupt, können wir denn eigentlich wirklich etwas darüber aussagen? Wer von uns kennt Flüchtlinge und einzelne Schicksale nahe genug, um darüber schreiben zu können?
Wie immer haben wir viel diskutiert und manche oder mancher war kurz davor, sich "zu drücken", so schwer ist es uns gefallen, das, was wir fühlen und denken in Worte zu fassen. In diesen Situationen zeigt sich, wie schön es ist, in einer Gruppe zu schreiben, vor allem in unserer Gruppe. Keiner von uns hat Hemmungen, zuzugeben, wenn etwas nicht so läuft, wie er oder sie es sich wünscht, keiner scheut sich, zu sagen, wo es hakt und klemmt. Und dann sind die andere da und helfen und am Ende sind wir oft selbst überrascht über die Ergebnisse unserer Mühen.
Auch diesmal, und das sage nicht nur ich, können wir stolz sein auf das, was wir geschrieben haben. Wie jedes Mal sind sieben völlig verschiedene Texte – Geschichten, Gedichte, Gedanken – dabei herausgekommen, obwohl wir uns doch alle mit demselben Thema befassten.
Vielleicht kommen Sie ja zum Benefizkonzert am 12.März in der St. Vincentius-Kirche in Wegberg-Beeck, dann sehen oder vielmehr hören Sie es selbst. Über Ihre Meinung zu unseren Texten würden wir uns hinterher hier dann sehr freuen.
Bis bald wieder

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Ins Schreiben finden ...

Veröffentlicht am 5.1.2016 von Renate
 

Beim Schreiben ist man zwar nicht einsam, sollte aber allein sein. Wenn man nicht gerade J.K. Rowling ist, die ja bekanntlich ihre erfolgreichen Harry-Potter-Romane in belebten Cafés geschrieben haben soll, dann braucht man nämlich für das Schreiben Ruhe.
Ruhe und Konzentration – beides braucht man zum Schreiben. Aber ist endlich das eine gefunden, verabschiedet sich das andere.
Und da ist es schon, das große Problem der meisten (Hobby-)Autoren. Wer vom Schreiben leben kann, kann sich auch meist die entsprechenden Freiräume schaffen. Aber wir anderen, normal-sterblichen Schreiberlinge haben so viel anderes im Kopf und um die Ohren, dass es eine Herausforderung ist, sich die Ruhe und das Umfeld zu schaffen, so dass die Schaffenskraft sich voll entfalten kann. Arbeit, Haushalt, Familie, andere Hobbys, Freunde, Verpflichtungen, Ehrenämter und so weiter und so fort.
Und wenn dann endlich einmal alles erledigt, alle versorgt und alle Störungen ausgeschlossen sind – dann, ja dann sitzt man müde am Schreibtisch und möchte eigentlich nur noch die Füße hochlegen und die Augen schließen.
Aber nein, wir haben uns eine Aufgabe gestellt: wir wollen Geschichten zum Thema Haare schreiben, also buchstäblich haarige Geschichten. Eine Idee habe ich, im Grunde ist die ganze Geschichte fix und fertig in meinem Kopf – aber eben nur da. Und wie kommt sie da raus und rauf aufs Papier? Kaum liegen die Finger auf der Tastatur, ist das Hirn leer. Leerer als ein unbewohnter Planet, ohne Sauerstoff und ohne Nahrung. Leerer als leer.
Nein, stimmt ja gar nicht. Mein Kopf ist voll, voll mit Gedanken an die Blumen, die gegossen werden müssen, an die Geburtstagskarte, die ich noch schreiben muss, die Frage, was ich heute Abend kochen könnte – und über allem die Eine-Million-Euro-Frage – ohne Telefon- und Publikumsjoker: Wie fange ich an?
Also versuche ich es mit meiner einigermaßen bewährten Methode: ich denke an die Personen, die Figuren, die in meiner Geschichte die Hauptrollen spielen. Wenn ich ein festes Bild von diesen Menschen habe, von den Charakteren, ihren Gefühlen und ihrem Leben, dann kann es passieren, dass sich daraus die Geschichte entwickelt. Dabei passiert es mir oft, um nicht zu sagen meistens, dass eine ganz andere Geschichte entsteht als die, die ich vorab im Kopf hatte. Meine Figuren erzählen dann quasi selbst, sie erzählen es mir und ich bringe es zu Papier. Leider, leider funktioniert dies aber nicht immer und dann – siehe oben – sitze ich am Schreibtisch und meine Finger ruhen bewegungslos auf der Tastatur. Ich starre auf den weißen Monitor, bis mich plötzlich der Bildschirmschoner erschrickt, der, wie von mir vorgegeben, nach 20 (!) untätigen Minuten von allein einsetzt.
Um dann wenigstens etwas Kreatives zu Stande zu bringen, versuche ich es mit einem Text für unseren Blog. An der künftigen Häufigkeit meiner Blogbeiträge werden Sie also unschwer erkennen können, ob meine Geschichten Fortschritte machen oder nicht. Stellt sich die Frage, was zu bevorzugen ist ……
Bis zum nächsten Mal

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